SCHALLMOSER - Entsorgung

Abfallsammlung mit Gasantrieb für Klimaschutz und bessere Luft


 

Technik unseres Naturgas-Fahrzeuges

  • Betrieb nur mit Naturgas CNG (compressed natural gas)
  • Wir tanken ausschließlich Biomethan aus regenerativer Erzeugung

Vorteile für die Umwelt gegenüber Diesel

  • Weniger Lärm
  • Wesentlich weniger Abgase
  • Extrem klimafreundlich

  Wirtschaftliche Nachteile gegenüber Diesel

  • Höhere Anschaffungs- und Unterhaltskosten
  • Weniger Nutzlast
  • geringere Reichweite
  • Aufwändige Tanklogistik

Vorteile für die Umwelt gegenüber Elektroantrieb:

  • Bereits jetzt für Alltagsbetrieb verfügbar
  • Recyclingfähigkeit der Komponenten
  • Bessere Gesamtumweltbilanz

 Begriffe und Abkürzungen

  • Naturgas = Erdgas = Stadtgas = überwiegend Methangas: kann fossil gewonnen oder regenerativ erzeugt werden
  • CNG (compressed natural gas): Für Fahrzeugtanks komprimiertes Naturgas
  • Biomethan = Biogas: aus Vergärungsanlagen regenerativ und klimafreundlich gewonnenes Naturgas
  • Power-to-gas: Verfahren um aus (möglichst regenerativ erzeugtem) Strom Wasserstoff zu erzeugen und daraus Naturgas zu produzieren.

 

Detaillierte Beschreibung unseres Energie- und Umweltkonzeptes

 

Gemäß unserem Firmenziel, aktiven Umweltschutz zu betreiben, haben wir uns viele Gedanken über alternative Antriebskonzepte für unsere LKW gemacht, die naturgemäß einen erheblichen Energieverbrauch, üblicherweise in Form von Dieselkraftstoff, haben.

 

Bei der Erkundung von Diesel-Alternativen haben wir natürlich auch den Elektroantrieb, bzw. Wasserstoffantrieb für Müllwagen betrachtet. Derartige Fahrzeuge sind jedoch erst am Anfang der Entwicklung und somit für den zuverlässigen Alltagsbetrieb derzeit nicht verfügbar.

 

Als beste, kurzfristig umsetzbare Alternative für mehr Klima- und Umweltschutz  haben wir seit Juli 2019 einen Müllwagen mit Naturgas-Antrieb im Einsatz.

 

Dieser fährt ausschließlich mit Methangas, das entspricht dem im Stadtgasnetz üblichen Erdgas / Naturgas wird aber für den Fahrzeugtank auf einen hohen Druck komprimiert. Daher auch das normierte Kürzel CNG (compressed natural gas).

 

Naturgas kann sowohl aus unterirdischen, fossilen Lagerstätten gefördert werden, als auch regenerativ gewonnen werden, z.B. in Form von Biomethan aus Biogasanlagen oder als Windgas, indem man mit dem überschüssigem Strom von Windkraftanlagen Wasserstoff  erzeugt, der in Methangas umgewandelt wird.

 

Wir betanken unser Fahrzeug ausschließlich mit Biomethan, das annähernd klimaneutral gewonnen wird.

  

Im täglichen Einsatz unterscheidet sich unser Naturgas-Fahrzeug optisch kaum von den Diesel-LKW. Die Motorgeräusche sind allerdings wesentlich leiser, da technisch prinzipiell ein Ottomotor eingebaut ist, statt einem traditionell laut nagelnden Dieselmotor.

 

Die entscheidenden Unterschiede liegen jedoch absolut unsichtbar in den Abgasen. Verglichen mit einem modernsten Dieselmotor der Schadstoffklasse Euro 6 liegen die Emissionen der Schadstoffe im Abgas enorm niedriger.

 

Stickoxide:       ca. 80 % weniger als ein Diesel

 

Feinstaub:        ca. 95 % weniger als ein Diesel

 

Kohlendioxid:  ca. 20 % weniger als ein Diesel, bei Verwendung von Biomethan effektiv 97 % weniger

 

Gegenüber älteren Dieselfahrzeugen ist der Vorsprung noch erheblich deutlicher.

 

Allerdings gibt es für uns aus wirtschaftlicher Sicht auch zahlreiche Nachteile des Naturgas-Antriebes:

  • Das Fahrzeug ist wesentlich teurer in Anschaffung und Unterhalt.
  • Die Gasdrucktanks sind sehr schwer und beschränken somit die Nutzlast.
  • Die Reichweite ist erheblich eingeschränkt.
  • Eine Reservebetankung ist nicht möglich und einen bivalenten Antrieb mit Benzin, (wie bei allen Erdgas-PKW üblich) gibt es beim LKW nicht.
  • Eine eigene Betriebs-Gastankstelle ist für uns unwirtschaftlich und öffentliche Gastankstellen sind sehr selten.

Zwar gibt es eine staatliche Förderung für Erdgas-Fahrzeuge in Form von Kaufzuschuss, befristeter Mautbefreiung und befristeter niedriger Erdgasbesteuerung, doch können die wirtschaftlichen Nachteile nicht komplett ausgeglichen werden. Somit leisten wir einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz.

 

Damit sich das Fahrzeug überhaupt in unsere bestehende Logistik integrieren lässt, haben wir zusammen mit dem Hersteller erstmalig ein Fahrzeug mit sehr großen Tanks konzipiert. Dies erklärt auch die lange Lieferzeit von 14 Monaten.

 

Und da wir als Entsorgungsunternehmen auch die Verwertung des Fahrzeuges am Ende der Lebensdauer im Blick behalten wollen: das Fahrzeug lässt sich verschrotten wie ein üblicher LKW und somit einfach wiederverwerten. Gegenüber den oft favorisierten Elektroantrieben ist dies wesentlich umweltfreundlicher, da für moderne elektrische Fahrzeugakkus noch kein Recyclingverfahren besteht.

 

Besondere Sicherheitsausstattung unseres Fahrzeuges

 

Abgesehen vom umweltfreundlichen Antrieb hat unser neues Fahrzeug ein komfortables Niederflurfahrerhaus, d.h. unsere Mitarbeiter können wie in einen Omnibus über wenige Stufen ein- und aussteigen, was im Abfallsammelbetrieb sehr häufig erfolgt.

 

Das großflächig verglaste niedrige Fahrerhaus ermöglicht auch einen sicheren Rundumblick für den Fahrer auf Augenhöhe mit Fußgängern. Der schlecht einsehbare Heckbereich lässt sich durch drei Kamerasysteme überwachen. Die rechte Fahrzeugseite wird durch einen elektronischen Abbiegeassistenten zusätzlich überwacht.

 

Wir gehen davon aus, dass sich das neue Fahrzeug nun im Entsorgungsalltag bewähren wird und planen bereits die Beschaffung eines weiteren Müllwagens mit diesem klima- und umweltfreundlichen Antrieb.

 

Vision Erdgas

 

Für das Erdgas-System besteht eine klimafreundliche Zukunftsvision, da nicht nur das fossile Erdgas zur Verfügung steht, sondern viele Möglichkeiten einer regenerativen Erzeugung von Methan möglich sind.

 

Zum einen kann die Einspeisung von Biogas aus der Vergärung landwirtschaftlicher Reststoffe oder von kommunalen Bioabfällen klimaneutral erfolgen. Diese Energiequelle nutzen wir in unserem neuen Müllwagen.

 

Andererseits kann durch die Power-to-gas-Technik mit regenerativ erzeugtem Strom über die Elektrolyse von Wasser zu Wasserstoff ebenfalls Methan erzeugt werden. Die Einspeisung dieses Energieträgers ins deutschlandweite Erdgasnetz würde zum einen das Verteilungsproblem lösen, ohne den Bau neuer Hochspannungsfernleitungen. Zum anderen kann auch das Problem der Energiespeicherung mittels vorhandener Erdgasspeicher gelöst werden. Die Nutzung des Methangases kann dann bedarfsgerecht sowohl durch Gaskraftwerke zur Erzeugung von Strom und Fernwärme, durch Erdgas-Heizungen für die Raumwärme, als auch durch die Betankung von Naturgasfahrzeugen als Verkehrskraftstoff erfolgen. 

Die komplette Technik ist bereits verfügbar mit einem hohen Anteil der Wertschöpfung in Europa und mit einer praktikablen Recyclingfähigkeit aller Komponenten.

 

Durch die aktuelle politische Fokussierung auf Elektromobilität wird das enorme Potential der Naturgas-Technik derzeit leider nicht sachgerecht gefördert. Obwohl die wissenschaftliche Expertise vorhanden ist.